Wei­chen stel­len für dei­ne Zu­kunft

Du liebst den Geruch von verdampftem Stahl, der beim Schweißen und Flexen von Metall entsteht? Das Kreischen der Kettensäge, das Dröhnen eines 4-Takt-Motors unter freiem Himmel gibt dir das Gefühl von Unabhängigkeit? Das ist perfekt – denn in der Ausbildung zum Gleisbauer spielt der Umgang mit Maschinen und das Schweißen von Metall eine wichtige Rolle. Wenn dir auch das Vermessen von Strecken aus dem Mathe-Unterricht in guter Erinnerung geblieben ist, dann ist die Ausbildung zum Gleisbauer für dich das Richtige!
 

Aus­bil­dung als Gleis­bau­er/in

Die Ausbildung zum Gleisbauer dauert drei Jahre. Du hast aber schon nach zwei Jahren einen ersten Abschluss: Nach einer erfolgreichen Prüfung vor der Kammer trägst du den Titel "Tiefbaufacharbeiter, Schwerpunkt Gleisbauarbeiten". Im dritten Lehrjahr folgt dann deine berufliche Spezialisierung und eine Abschlussprüfung. Jetzt bist du Gleisbauer-Geselle.

Im Lauf der Gesellenzeit wird das theoretische Lernen in der Berufsschule immer weniger – dafür verbringst du immer mehr Zeit in deinem Lehrbetrieb, wo du praktisch auf Baustellen mitarbeitest. Während der gesamten Lehrzeit hast du immer wieder gemeinsame Lernphasen mit anderen Azubis in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Dort können dir auch Fachkenntnisse vermittelt werden, für die nicht alle Betriebe ausgestattet sind.

 

 

1. Ausbildungsjahr: Berufliche Grundbildung

  • 18 Wochen im Betrieb
  • 20 Wochen im Ausbildungszentrum
  • 14 Wochen in der Berufsschule
  • Lehrinhalte: Kenntnisse des Tiefbaus
  • Abschluss: Zwischenprüfung

Im ersten Lehrjahr erhältst du eine Grundbildung in verschiedenen Bereichen des Tiefbaus: Du lernst, Skizzen zu lesen, selbst anzufertigen und Ver­mes­sungs­arbeiten durchzuführen. Im Ausbildungszentrum widmest du dich jeweils mehrere Wochen lang den Bereichen Stahl, Holz und Beton. Du lernst, Mauerwerke zu errichten – das brauchst du später für den Unterbau der Gleise. Da du als Gleisbauer auch Entwässerungs­arbeiten durchführen wirst, lernst du, Gräben zu bauen, Entwässerungsleitungen zu legen und mit Estrich zu verputzen.

Außerdem belegst du einen dreitägigen Holzbaukurs, in dem du zum Beispiel lernst, mit der Fräse, Kreissäge oder Abrichthobelmaschine umzugehen, und abschließend ein eigenes Werkstück erstellst. Bei erfolgreicher Prüfung bekommst du ein Zertifikat der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

Das erste Lehrjahr endet mit einer Zwischenprüfung. Als Werkstück fertigst du dafür einen eigenen Straßenabschnitt an. Denn auch der Bau von Verkehrswegen ist ein wichtige Tätigkeit der Gleisbauer.

 

2. Ausbildungsjahr: Allgemeine berufliche Fachbildung

  • 27 Wochen im Betrieb
  • 13 Wochen Ausbildungszentrum
  • 12 Wochen Berufsschule
  • Lehrinhalte: Gleisbau, Tiefbau, Vermessung
  • Abschluss: Tiefbaufacharbeiter

Im zweiten Lehrjahr geht es nicht mehr ohne die moderne Technik. Denn jetzt lernst du, Umbauarbeiten am Gleis durchzuführen – und natürlich kannst du eine Schwelle von 300 Kilo Gewicht nicht ohne mechanische Hebevorrichtung bewegen. Du machst deshalb den Kleinen Maschinenschein, in dem du unter anderem auch lernst, mit Radladern, Mini-Baggern oder Rüttelplatten umzugehen.

Außerdem absolvierst du einen Brennschneideschein, damit du künftig Schienen durchtrennen kannst – zum Beispiel, wenn du Gleisabschnitte demontieren musst. Jetzt kannst du selbständig – aber im Lauf der Ausbildung natürlich noch unter Aufsicht – mit hochmoderner, teurer Technik arbeiten.

 

3. Ausbildungsjahr: Besondere berufliche Fachbildung

  • 38 Wochen im Betrieb
  • 4 Wochen Ausbildungszentrum
  • 10 Wochen Berufsschule
  • Lehrinhalte: Gleisbau, Weichenbau, Vermessung
  • Abschluss: Gesellenprüfung

Im dritten Lehrjahr spezialisierst du dich auf den Gleisbau, also vertiefst du vor allem das Thema Weichenbau. Praktisch bedeutet das, dass du zur Übung schon mal einen kompletten Gleisabschnitt zerlegen und anschließend genauso wieder aufbauen musst. Dafür musst du die Abstände exakt vermessen, Konstruktionszeichnungen anfertigen und den Gleisabschnitt einschließlich des Unterbaus unter Einsatz aller wichtigen Werkzeuge und Materialien wieder montieren.

Viele Lehrlinge bekommen im dritten Lehrjahr von ihrem Ausbildungsbetrieb zusätzlich einen Kettensäge-Schein bezahlt – denn um zur Baustelle an den Gleisen zu gelangen und uneingeschränkt arbeiten zu können, müssen immer wieder Bäume gefällt oder ähnliche Arbeiten ausgeführt werden.

Die Koh­le stimmt

Als Gleisbauer-Azubis erhältst du – je nach Tarif und Bundesland – im ersten Lehrjahr ein Gehalt zwischen 609 und 708 Euro. Nach deiner Grundausbildung steigt das Ausbildungsgehalt rasant an: Im zweiten Jahr bekommst du zwischen 836 und 1088 Euro, im dritten Lehrjahr schon 1056 bis 1374 Euro. Das ist für einen Lehrling kein schlechter Verdienst!

Schul­ab­schluss nach­ho­len

Für die Ausbildung zum Gleisbauer musst du mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Mit einer bestimmten Fächerkombination in der Berufsschule kannst du aber die Mittlere Reife oder Fachschulreife nachholen! Damit qualifizierst du dich für eine spätere Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Polier oder Industriemeister – und wärst einem studierten Ingenieur gleichgestellt, was das Gehalt und Ansehen auf der Baustelle angeht!

Du hast Abi oder Fach­hoch­schul­rei­fe?

Die Bauwirtschaft bietet viele duale Studiengänge in ganz Deutschland – auch für Karrieren im Gleisbau. Sprich uns an, wir informieren dich darüber!

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